Projekt INCLUSION

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Gender Mainstreaming

Der Begriff Gender bezeichnet in der englischen Sprache das soziale Geschlecht, das im Unterschied zum biologischen Geschlecht im Laufe des Lebens erworben wird. D.h. Geschlechterrollen und Geschlechterverhältnisse sind nicht naturgegeben und statisch, sondern unterliegen einem historischen Wandel und differieren innerhalb und zwischen den Kulturen.
Mit dem Begriff des Mainstreaming (= in den Hauptstrom bringen) im Kontext der Genderdebatte soll deutlich gemacht werden, dass eine geschlechtsbewusste Perspektive als elementarer Bestandteil handlungsleitend für alle Politikfelder wird. So heißt es beispielsweise im Programm für die Gemeinschaftsinitiative EQUAL: „Alle EPs, nicht nur die im Themenbereich Chancengleichheit, sind verpflichtet, eine Strategie und einen Mechanismus zu entwickeln, der die kontinuierliche Einbeziehung der Geschlechterperspektive im Sinne des Gender Mainstreaming … sicherstellt.” Oder wie es im Sachverständigenbericht des Europarates von 1998 definiert ist: „Gender Mainstreaming besteht in der (Re-)Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung der Entscheidungsprozesse mit dem Ziel, dass die an politischer Gestaltung beteiligten Akteure und Akteurinnen den Blickwinkel der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern in allen Bereichen und auf allen Ebenen einnehmen.”
Gender Mainstreaming als Topdown-Strategie richtet sich aber nicht nur an hauptamtliche PolitikerInnen, sondern vielmehr an sämtliche am politischen Gestaltungsprozess beteiligte Akteure; letztendlich also an jeden Bürger.

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Charlotte Große beim Gender-Training.

 

Die Forderung nach einer Gleichstellung von Frauen und Männern bedeutet jedoch nicht eine formale Gleichbehandlung, die alle Menschen über einen Kamm schert. Gender Mainstreaming geht vielmehr von der Unterschiedlichkeit der Ausgangsbedingungen, Lebenslagen und Bedürfnisse von Männern und Frauen aus und richtet den Blick, zur Vermeidung einer Verfestigung von Geschlechterstereotypen, explizit auch auf die Heterogenität innerhalb dieser Gruppen. Mit Gender Mainstreaming wird also der Versuch unternommen, die aus der Verschiedenheit der Lebenswelten resultierenden unterschiedlichen Perspektiven von Menschen miteinander zu verknüpfen. Zum einen auf der Ebene der Subjekte, indem Frauen und Männer aktiv in den Veränderungsprozess mit einbezogen werden. Zum anderen auf der Inhaltsebene, indem differierende Realitäten sichtbar gemacht und in Bezug zueinander gesetzt werden.

Charlotte Große

 

 

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© BBAG e.V. | letzte Aktualisierung: 18.03.2006